Gib wem, was?

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Eine Euromünze mit Kopf (c) Foto: Steffen Bürger 2017
Eine Euromünze mit Kopf
(c) Foto: Steffen Bürger 2017

Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist… (Matthäus 22,15-22).

Jesus war nicht besonders angesehen, bei den Religiösen und Frommen, seiner Zeit. Die Priester und Theologieprofessoren wollten ihn loswerden. Vielleicht lag es daran, dass Jesus so lehrte, dass es den Menschen unter die Haut ging. Jesus hatte eine Freiheit und Furchtlosigkeit, die sie nicht kannten. Er befreite Menschen aus falschen Bindungen und führte sie in ein erfülltes Leben. Das tut er auch noch heute, durch seine übernatürliche Kraft: Blinde werden sehend, Lahme werfen ihre Krücken weg und Menschen stehen aus dem Rollstuhl auf. Die religiösen Würdenträger damals hatten nicht diese Vollmacht. Wahrscheinlich machte sie das neidisch – so neidisch, dass sie ihn am liebsten töten wollten.

Mit der Frage: „Ist es recht, dem Kaiser steuern zu zahlen oder nicht?“ (Mt 22, 17) hatten die Priester sich eine Falle überlegt, die Jesus gefährlich werden konnte. Denn die Frage war nicht eine einfache Frage, die das Steuersystem betraf. Indirekt fragten sie Jesus danach, ob es für einen Juden in Ordnung ist, sich dem als göttlich angesehen Kaiser zu unterwerfen. Hätte Jesus „Nein“ gesagt, so hätte er sich vor dem Kaiser schuldig gemacht und hätte verhaftet werden können. Hätte Jesus zugestimmt, dann wäre er unglaubwürdig dem jüdischen Gesetz gegenüber geworden und der Lehre, die er vertrat: „Gott zu lieben mit ganzer Seele und mit dem ganzen Verstand und den Nächsten, wie sich selbst.“ (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18)

So hatte Jesus eine geniale Idee. Er verhielt sich naiv, als wüsste er nicht Bescheid. Zunächst fragte er nach einer Silbermünze und bat, sie ihm zu reichen. Diese Münzen waren recht klein. Auf Silbermünzen war der Kopf des Kaisers abgebildet – das wusste eigentlich jeder. Deshalb war doch der Kaiser auf der Münze, damit jeder wusste, wie der Kaiser aussieht. Er hielt diese Münze hoch und fragte: „Wer ist das da auf der Münze?“ Warum hat er nicht einfach gesagt: „Ihr kennt doch die Silbermünzen, da ist nur der Kaiser drauf…“ Damit hätte er mit seinen Worten den Kaiser abgewertet und einen Grund geliefert, ihn anzuklagen.

Manchmal sind Taten wirkungsvoller als Worte: Gerade weil jeder wusste, dass auf der Silbermünze der Kaiser abgebildet ist, fragte Jesus danach, wer es wäre. Indem Jesus fragte, wer das sei, unterstellte er, dass es möglich ist, nicht zu wissen, dass der Kaiser auf der Münze abgebildet ist. Welch eine Erniedrigung des Kaisers!! Indem Jesus diese kleine Münze hoch hielt und mit der Frage, wer das sei, verlor der Kaiser an Bedeutung und machte sich Jesus gleichzeitig über den Kaiser lustig. Er sagte damit indirekt durch die Zeichenhandlung: „Schau mal, so klein ist der Kaiserkopf auf dieser Münze. Der Kaiser passt ja auf diese Münze.“ Wahrscheinlich konnte er sich das Grinsen dabei fast nicht verkneifen.

Dann sagte Jesus: „So gib dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist.“ (Mt 22, 21) Was bedeuten diese Worte: „Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist…?“ Indem Jesus die Münze hoch hielt, sagte er: „Wer ist das schon, auf dieser Münze? Dieser kleine Kopf auf dieser Münze ist es nicht wert, dass du ihm dein ganzes Leben widmest. Vom Kaiser kann man ein Bild machen – er ist nur ein Mensch.“

Und dann sagt Jesus: „Gib Gott, was Gottes ist“. Damit meint er: Gott ist so unbeschreiblich extravagant, dass er nicht auf eine Münze gepresst werden kann. Denn Gott übersteigt alles was man sehen kann. Wenn du ihn trotzdem anbeteten würdest, würdest du Götzendienst betreiben. Gott, den du nicht sehen kannst, dem gehört alles, den sollst du anbeten. Er liebt dich, er lenkt dein ganzes Leben, er beschützt dich und versorgt dich.

Und das gilt auch für unsere Zeit. Auch wenn es keinen Kaiser mehr gibt, sind in deinem Leben vielleicht Dinge, die dich in einer Weise antreiben und kontrollieren, dass sie dir schaden können. Ein Kaiser nahm bei der Steuer keine Rücksicht auf die Lebensumstände von Menschen. Ihn kümmerte es nicht, ob seine Bürger nach der Steuerzahlung noch etwas zu essen hatten oder hungern mussten.

Heutzutage können es Menschen sein, von denen du in unguter Weise abhängig bist, es können aber auch andere Bindungen und Fesseln sein, von denen du dich kontrollieren lässt. Je nachdem, wie viel Zeit, Energie und Aufmerksamkeit du in etwas in deinem Leben investierst, verleihst du diesen Umständen Macht über dein Leben.

Wenn uns bewusst wird, dass unser ganzes Leben durch Jesus Christus in Gott geborgen ist, wenn wir erfahren, dass Jesus unser Leben trägt, dann haben einzelne Lebensumstände keine Macht mehr über uns. Jesus hat einen hohen Preis dafür bezahlt, dass wir ihn erfahren können und Verbindung aufnehmen können zu seiner übernatürlichen Welt. Wir können ihn erfahren. Deshalb gib ihm alles und gib deinen Lebensumständen, Mitmenschen, Bedürfnissen, und allem anderen nicht zu viel Aufmerksamkeit – lass dich nicht von ihnen kontrollieren.

In der Begegnung mit Jesus erfahren wir in diesem Leben, innerhalb Zeit und Raum, dass Jesus mehr ist, als alles, was sich in der physischen Welt abspielt. Durch den Glauben an Jesus können wir in die übernatürliche Welt Gottes eintreten und seine Freiheit erfahren. Jesus lebt und er lässt sich sehen und erfahren.

Gebet:

Herr Jesus Christus, ich möchte mich ganz von dir leiten lassen. Vergib mir, wo ich mein Leben habe immer wieder von anderen Menschen bestimmen lassen und dass ich dadurch mich selbst belastet habe. Danke, dass du mich frei machst von dem Glauben, dass meine Lebensumstände mein Leben komplett bestimmen können. Dadurch, dass du am Kreuz gestorben bist und dein Blut für mich vergossen hast, hast du alle Mächte und Machthaber und Kräfte unter deine Füße getan. Hilf mir daran zu glauben, auch wenn es manchmal so anders erscheint. Du hast alles unter Kontrolle.

Bitte sei du der Herr über mein Leben. Ich gebe es wieder ganz in deine Hand. Bitte übernimm du die Herrschaft über mein Leben. Segne mich. Vielen Dank, dass du das gerne tust.

Amen

(c) Steffen Bürger

 

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