Ständig loslassen bedeutet gewinnen…

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WhiteNileRafting 19.07.2017 (c) Foto: whitenilerafting.com (mit freundlicher Genehmigung)
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Loslassen von den eigenen Lebensumständen führt in die übernatürliche Gegenwart Gottes …

Lukas 9, 23 Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.

Jesus ist am Kreuz für unsere Sünden gestorben. Das gilt für jeden Augenblick, jede Sekunde unseres Lebens. Das Kreuz ist nicht nur für den bewussten Moment der Schuld da. Es ist jetzt in meinem Leben präsent und nicht nur dann, wenn mir mal ein Fehler oder eine Anklage oder eine Schuld bewusst geworden ist. Ich komme Jesus immer näher, je ständiger ich von meinem alten Leben loslasse. Die Lebensrichtung ändert sich von: ich versuche ein gutes Leben zu leben in: ich lasse los von meinem Leben und komme Jesus immer näher. Indem ich mich ununterbrochen mit dem Kreuz Christi verbinde, lasse ich los von meinen jetzigen Lebensumständen und sterbe mir selbst. Indem ich loslasse, erlebe ich ununterbrochen die Gnade Jesu – weil ich mir und meinem Leben ununterbrochen sterbe. So bin ich ununterbrochen in Jesu übernatürlichen Lebensstrom eingebunden.

Das Kreuz ist jeden Moment da. So ist Leben mit Christus ein ständiges, ununterbrochenes Sterben durch sein Kreuz. Es bringt ununterbrochene Reinigung durch sein Blut und ständige Erneuerung der Verbindung mit ihm. Das ist die Grundhaltung. Vergebung ist nichts Würdeloses und Schuld und Sünde ist ständig da und verschwindet im ständigen Sterben mit Christus. Durch Jesus sind wir immer, ständig, mit Gottes übernatürlichem Leben verbunden. Loslassen unseres Lebens ist unsere Lebensquelle. “Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn”. (Phil 1,21).

In Lukas 10, 9-14 erzählt Jesus von zwei Menschen im Gottesdienst: “Der religiöse Mensch, stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. Der Zöllner (ein Betrüger) aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!”

Der religiöse Mensch bleibt von Gott getrennt, während der Betrüger von Gott angenommen wird. Der Betrüger hält nicht viel auf sein irdisches Leben und lässt los. Der religiöse Mensch verharrt in seinem eigenen physischen leben und verliert es. Es ist also die Grundhaltung des geisterfüllten Christen, ständig vom alten Leben loszulassen. Währenddessen öffnet Jesus für uns das Tor zu seinem Himmelreich und wir bekommen Zugang zu seiner übernatürlichen Realität.

Wer loslässt kann schwerste Situationen und Fehler überwinden. Dazu möchte ich eine Geschichte erzählen, bei der Zeit und Kontext geändert wurden:
Als ich einmal Mitarbeiter bei einer geistlichen Veranstaltung war, machte ich ein paar Fehler. Der Leiter holte mich ins Büro und verhielt sich entwürdigend beim Gespräch. Zudem warf er mir Dinge vor, die er vom Hören Sagen hatte und für ihn eine Realität waren. Diese hatte er sogar noch verbreitet. Mein Ruf war angeschlagen und er hatte mir vor den anderen meine Ehre genommen. Dies war eine traumatische Erfahrung für mich.

Es kostete mich einige Zeit loszulassen und diesen Mann freizugeben. Als er dann in einem anderen Zusammenhang wieder über mich schlecht redete, als ich mit anderen geistlichen Mitarbeitern zusammenarbeitete, dachte ich, er wollte meine Ehre auch mir vor anderen nehmen.
Ich entschied mich, mich nicht selbst zu verteidigen und nicht gegen ihn im physischen Bereich zu kämpfen. Ich betete und segnete ihn. Dabei ließ ich los von den Verletzungen, die er mir zugefügt hatte und ließ ihn frei.
Einige Zeit später musste er den Ort verlassen, weil er mit anderen Mitarbeitern im Konflikt stand.
Hätte ich im physischen Bereich gegen ihn gekämpft, hätte ich gehen müssen.

Was sind nun die Lebensumstände, von denen wir loslassen können?

Alles, was sich in meinem physischen Leben festgesetzt hat: meine Schuld, mein Versagen, meine inneren Verletzungen, meine seelischen Verletzungen, Schuld, die mir andre zugefügt haben. Es ist alles, was mich eigentlich so gut aussehen lassen will in dieser Welt. Am Kreuz löst sich das alles auf, weil ich gerade mir gestorben bin. All das zählt im Himmel nichts, es gelten andere Maßstäbe. Ansehen, Status, Leistung haben im Himmelreich keine Bedeutung.

Von allem diesem sterben wir
Falsche Haltungen
Grübelei
seelische Verletzungen, die uns andere zugefügt haben,
seelische Verletzungen, die wir uns selber zugefügt haben
Krankheiten
Armut
Ehrgeiz
Gier
schlechte Gedanken
Selbstverurteilung
Verurteilung anderer
Dies sind nur ein paar Beispiele.

Das Kreuz ist Einstieg in die Welt Jesu. Wenn ich ständig alles loslasse was mich von Gott trennt, dann erfahre ich das nicht als Mangel. Sondern, indem ich mein altes Leben loslasse, begegne ich Jesus.

Je öfter ich in meinem Leben Dinge erkenne, die mich von Gott trennen und indem ich sie bei Jesus am Kreuz lasse, umso näher komme ich Gott. So wird mir meine Schuld mir zum Segen, indem ich sie bekenne.

Der falsche Weg wäre, Sünde, also das, was mich von Gott trennt, zu verleugnen. Wenn ich mir vorlügen würde, alles wäre in Ordnung, würde mich selbst anlügen. Ich würde nicht zulassen, dass der Arzt Jesus mich heilen und reinigen könnte und würde in der Finsternis leben.

Johannes drückt dieses ständige Loslassen durch das Kreuz Jesu und sein Blut in seinem ersten Brief (1. Johannes 1, 6-7) aus:
“Wenn wir sagen, wir wären mit ihm verbunden, und wandeln im Dunkeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so sind wir miteinander verbunden, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.”

Im Licht wandeln bedeutet hier: ständiges Loslassen. In den nächsten Versen (8-10) wird das noch etwas deutlicher:

“Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so täuschen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend. So wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.” (1. Joh 1,8-10)

Loslassen ist ein vitaler, realer Prozess: Schulderkenntnis ist anerkennen, was mich von Gott trennt. Je ehrlicher, desto näher komme ich Gott. In der Begegnung mit dem Kreuz Jesu werde ich verwandelt zu einem neuen Menschen.
Ich erlebe, wie Jesu Tod ausreicht, meine Schuld zu vernichten, sie auszulöschen. Indem ich das erlebe, löst sich etwas in mir von der physischen Welt und ich komme der geistlichen Welt Jesu näher. Indem ich am Kreuz Christi meine Schuld auslöschen lasse, sterbe ich mit Jesus und ich komme seiner Realität näher. Etwas in mir hat sich aufgelöst und gleichzeitig mit dem Himmelreich Jesu verbunden. Ich bin frei in ihm. Nichts halte ich mehr fest, weil er mich ganz von dem gelöst hat, was mich in dieser Welt bindet.

Was zählt ist nur: Ach Herr, sei mir armen Sünder gnädig.

Loslassen von den eigenen Lebensumständen führt in die übernatürliche Gegenwart Gottes …

(c) Steffen Bürger

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