Jesus begegnen

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Nil bei Jinja, Uganda, 2016 (c) Foto: Steffen Bürger
Nil bei Jinja, Uganda, 2016
(c) Foto: Steffen Bürger

Jesus begegnen: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ (Johannes 7, 37).

Jesus stand im Tempel, während um ihn herum ein wichtiges religiöses Fest gefeiert wurde: Das Laubhüttenfest. Am letzten Tag, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Der letzte Tag war der Höhepunkt des Festes. An diesem Tag trug ein Priester eine Kanne mit geheiligtem Wasser vom Teich Siloah die Stufen des Tempels hoch. Dieses Wasser wurde in eine Schale gegossen. In eine andere Schale goss ein anderer Priester Wein. Wasser und Wein wurden dann durch eine Röhre in den Kidron gegossen, von dort flossen Wasser und Wein in das Tote Meer.*
Dieses Ritual erinnerte daran, dass Gott sein Volk während der Zeit der Wüstenwanderung mit Wasser versorgt hatte: Als das Volk Durst hatte, schlug Mose auf den Stein. Dann floss das Wasser, so dass das Volk Israel seinen Durst löschen konnte (4. Mose 20, 10-11).*

Jesus blickte auf die Handlung der Priester, wie sie das Wasser in die Röhre gossen, dann den Wein. Dann sagte er: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen. “ Damit sagte er: „Ich, Jesus, bin das LEBENDIGE Wasser“. Welchen Sinn hat dann noch das kultisch genutzte Wasser? Es ist höchstens noch Anschauungsmaterial. Jesus ist das lebendige Wasser, alles andere ist nur ein sinnloses, totes Ritual.
Jesus belebt jedes „Tote Meer“. Der Wein, der mit dem Wasser ins Tote Meer gegossen werden, ist ein Sinnbild für die Erlösung durch Jesu Blut. Dafür war es aber noch zu früh, seine Zeit der Hingabe am Kreuz war noch nicht gekommen. Aus diesem Grund sagte Jesus: „Meine Zeit ist noch nicht gekommen“ Joh 7, 8
Doch nachdem Jesus am Kreuz hingerichtet wurde, da flossen aus seinem Körper Wasser und Blut. Auch das hat einen tieferen Sinn. Im Wasser werden die getauft, die an ihn glauben und im Abendmahl nimmt Jesus den Wein und sagt: Dies ist mein Blut. So ist das Wasser ein Bild für die Taufe im Heiligen Geist (Joh 7,39) und der Wein steht für die Erlösung durch sein Blut und das Abendmahl, in dem uns Jesus in besonderer Weise begegnet.

Während des Laubhüttenfestes bezeichnet Jesus die religiöse Handlung als sinnlos, wenn sie nicht eine Begegnung mit ihm ermöglicht. Damit bescheinigt er alle religiösen Rituale, in denen er nicht wirklich erfahrbar ist als sinnlos, leer und tot. Nur in der persönlichen Begegnung mit Jesus, durch den Glauben an ihn können Menschen Eintritt und Zugang zu Gottes Reich und seiner Wirklichkeit haben. Ohne Jesus gibt es kein übernatürliches Leben, sondern nur Religiosität. Doch Religiosität knechtet Menschen und trennt sie voneinander. Nur die Begegnung mit Jesus führt in echte Liebe über Grenzen und Konfessionen hinweg. Nur der Glaube an Jesus, in dem wir ihm begegnen, schenkt ewiges Leben.

Gebet:

Jesus, ich möchte dir begegnen. Bitte öffne mir die Tür. Ich möchte nicht Ideologie, nicht Religion leben, sondern vorbehaltlos lieben. Bitte erfülle dich mit deiner Liebe und hilf mir, dass ich dir begegnen kann.

Amen

(c) Steffen Bürger

* (Quelle: vgl. deutsch.benabraham.com auf dem Laubhüttenfest vom Januar 2017)

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